EOC2018: Hubmänner sind Europameister

Während im Tessin Daniel im Sprint als Co-Europameister zuoberst auf dem Treppchen steht, schafft es Martin mit der Sprintstaffel. Und viel Freude machen sie ihren Fans auch bei den übrigen Läufen. Auch für die Amateure bot das Auffahrtswochenende mit der Schweizermeisterschaft im Sprint sowie zwei nationalen Orientierungsläufen spannende Wettkämpfe. 

An den Europameisterschaften im Orientierungslauf im Tessin sorgte das Schweizer Elite Team für Furore. Ganze elf Medaillen, davon fünf goldene holte das Team. Mittendrin die beiden Wiler OL-Cracks Daniel und Martin Hubmann. Den Auftakt machte die Entscheidung über die Sprintdistanz in den engen Gassen von Mendrisio. Zu den Top-Favoriten gehörten Sprint-Weltmeister Daniel Hubmann und der Titelverteidiger Mathias Kyburz. Das physische und technisch anspruchsvolle Rennen verlief sehr ausgeglichen. Die Uhr stoppte nach dem Lauf der beiden Athleten auf die Sekunde gleich. Die beiden durften sich zusammen als neue Europameister feiern lassen. Auch Martin Hubmann zeigte als fünfter ein starkes Rennen. Im Rennen über die Mitteldistanz unterlief Daniel Hubmann ein zeitraubender Fehler im technisch schwierigen und steinigen Wald. Damit war Hubmann aus der Entschei-dung der Medaillen.

Schweizer Dominanz in den Staffelbewerben
Das die Schweizer Athleten im heimischen Gelände stark sein werden, konnte man schon vor den Titelkämpfen erwarten, dass die Dominanz aber so stark werden würde überraschte doch. In der Sprintstaffel standen für die Schweiz Judith Wyder, Florian Howald, Martin Hubmann und Elena Roos am Start. Bereits Startläuferin Wyder distanzierte die Konkurrenz um knapp eine Minute. Howald und Hubmann zeigten beide kontrollierte Läufe durch die Gassen von Tesserete und hielten die zweitplatzierten Schweden auf Abstand. Schlussläuferin Roos konnte mit ihren Teammitgliedern im Zieleinlauf bereits den Titel feiern. Hinter dem entfesselten Schweizer Team klassierten sich die Schweden und die Norweger auf den wei-teren Podesträngen.

Weiter gingen die Titelkämpfe über die klassische Dreierstaffel im Wald nahe Tesserete. Das Schweizer Team war sowohl bei den Damen wie auch bei den Herren mit zwei Teams vertreten. Die Schweizer zeigten sich ab dem Start sehr aktiv und konnten jeweils an die Spitze setzen. Bei den Herren fiel die Entscheidung in einem engen Rennen erst auf der Schlussstrecke. Im Spitzenkampf lieferten sich der Norweger Olav Lundanes, Daniel Hubmann für Schweiz 1 und Martin Hubmann für Schweiz 2 ein spannendes Rennen. Am Ende war Lundanes den Schweizern etwas vor. Daniel Hubmann sicherte für Schweiz 1 zusammen mit Florian Howald und Matthias Kyburz die Silbermedaille. Schweiz 2 mit Jonas Egger, Fabian Hertner und Martin Hubmann blieb der dritte Platz. Da im Staffelrennen jede Nation nur eine Medaille gewinnen kann, erbte das Französische Team als vierte die Bronzemedaille. Dasselbe Schicksal erlebte das Damenteam Schweiz 2. Die beiden Schweizer Damenstaffel dominierten den Wettkampf und erliefen einen Doppelsieg.

Zum Abschluss der Europameisterschaften stand die Entscheidung über die Langdistanz an. Der Männerkurs mit 14.9 km und 900 Höhenmeter gespickt mit langen Routenwahlen und tückischen Hangposten war der Königsdisziplin mehr als würdig. Beide Hubmänner zeigten nochmals starke Leistungen. Daniel Hubmann erwischte auf einer langen Postenverbindung nicht die optimalste Route und lief anschliessend den Posten nicht ganz sauber an. Durch diesen Fehler fiel er aus der Medaillenentscheidung und musste sich am Ende mit dem fünften Platz zufrieden geben. Direkt dahinter rangierte sich Martin Hubmann. Damit ging das Brüderduell wiederum an den älteren Hubmann. Zusammengefasst gewannen die Hubmänner vier Medaillen, davon zwei goldene und klassierten sich in fast jedem Wettkampf in den Toppositionen.

Sprintschweizermeisterschaften und nationale Läufe für die Zuschauer
Neben den Wettkämpfen für die europäischen Elite wurden auch Läufe für die zahlreichen anwesenden Fans organisiert. Der wichtigste Lauf war auf jeden Fall die Schweizermeister-schaft im Sprint-OL am Auffahrtstag. Diese fand in den kleinen Tessiner Dörfchen mit ihren engen Gassen rund um Tesserete statt. Neben genauem Kartenlesen forderten die zahlrei-chen Steigungsmeter die Läufer auch physisch. Für die OL Regio Wil waren über 70 Läufe-rinnen und Läufer am Start. Claire Santoro (Balterswil) konnte in der Kategorie D70 den Schweizermeistertitel erlaufen. Für Lena Imhof (Balterswil) reichte es als zweite knapp nicht für den Sieg. Die ersten drei Läuferinnen in der Kategorie DAL trennten lediglich 17 Sekun-den. In der Kategorie H18 konnte sich Silas Hutzli (Wil) über die Bronzemedaille freuen. Lisa Hubmann (Märwil) verpasste in einem sehr engen Rennen das Podest als vierte um nur eine Sekunde.

Am Wochenende kamen die Läuferinnen und Läufer in den Genuss von zwei weiteren nationalen Orientierungsläufen über die Mittel- und die Langdistanz. Die beiden Wettkämpfe fanden jeweils in den selben Geländen in der auch die Eliteläufer unterwegs waren statt. Claire Santoro konnte ihre gute Form auch über die Mitteldistanz beweisen und gewann ihre Kategorie. Starke Leistungen zeigten auch die beiden Nachwuchsläuferinnen Lisa Hubmann in der Kategorie D14 und Marcia Mürner (Bronschhofen) bei den Juniorinnen. Beide erreichten den zweiten Platz. Zum Abschluss forderte die Langdistanz die Athleten nochmals alles ab. Das Gelände im Staffelwald der Europameisterschaften präsentierte sich sehr schnell belaufbar. Lisa Hubmann konnte sich im letzten Rennen nochmals steigern und erlief den Sieg in der Kategorie D14. Wiederum den zweiten Platz bei den Juniorinnen sicherte sich Marcia Mürner. Janis Hutzli (Wil, Kategorie H16) und Joschi Schmid (Rossrüti, Kategorie H14) bewiesen ebenfalls Ausdauer und belegten am Ende den zweiten Platz in ihrer Alterska-tegorie. Umso erfreulicher waren die guten Resultate der Nachwuchsläuferinnen und -Läufer der OL Regio Wil, da die Wettkämpfe auch als Testläufe für die Selektion für die Junioren-WM und den Junioren Europa Cup galten.

Benjamin Müller


Ranglisten
Sprint OL SM
5. Nat. OL
6. Nat. OL
Details zu den Europameisterschaften unter eoc2018.ch

Fotos von Othmar auf Flickr

Zusätzliche Informationen